Geschafft!

Theresia, technische Produktdesignerin und Studentin, gibt uns Einblicke in ihr duales Studium und ihre Ausbildung.


12.03.2020

Hallo Theresia, schön, dass Du es etwas von Deiner Ausbildung bei Wenker und Deinem Studium erzählst. In welchem Bereich hast Du Deine Ausbildung absolviert?
Ich habe eine Ausbildung als "technische Produktdesignerin" absolviert und letzten Winter abgeschlossen. Aktuell studiere ich im dualen System "Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft" an der Hochschule Osnabrück.

Erst einmal zu Deiner Ausbildung. Was gefiel Dir am meisten?
Am meisten an meiner Ausbildung hat mir gefallen, dass ich auch schon als Auszubildende eigene Ideen und Vorschläge in die Projekte miteinbringen konnte. Es gibt keine Projekte und Bauwerke ohne Änderungswünsche seitens des Kunden, deshalb müssen wir als Konstrukteure immer passende Lösungen dafür finden.

Gibt es etwas, was Du nicht so gerne gelernt hast?
Nein, eigentlich nicht.

Wie war die Berufsschule und wie war der Arbeitsaufwand?
Meine Berufsschule war damals in Münster, das Hans-Böckler-Berufskolleg. Mit der Bahn bin ich dort zwei Mal die Woche hingefahren. Der Arbeitsaufwand war okay. Wenn man sich ausreichend auf die Klausuren und zum Schluss auch auf die Abschlussprüfung vorbereitet hat, sind diese normalerweise gut zu schaffen.

Die Unterrichtsfächer waren schon sehr interessant. Besonders gefallen hat mir das Zeichnen eines pneumatischen Schaltplanes, den wir im Anschluss daran selber nachbauen durften.

Und was ist ein pneumatischer Schaltplan, Theresia?
Pneumatik an sich bezeichnet erst einmal den Einsatz von Druckluft, zum Beispiel fährt ein Zylinder durch Druckluft aus. Ein pneumatischer Schaltplan ist daher der gezeichnete Plan einer pneumatischen Anlage. 

Was ist Deine liebste Abteilung innerhalb von Wenker?
Am interessantesten fand ich damals die Fertigung. Während der Ausbildung durchläuft man verschiedene Abteilungen, unter anderem die Fertigung. Ich war damals, auf eigenem Wunsch außergewöhnlich lange dort. Mir hat es einfach Spaß gemacht, die eigenen Zeichnungen oder die von Kollegen in die Realität umzusetzen, um diese dann als fertiges Bauteil oder fertige Baugruppe zum Kunden schicken zu können.

Und jetzt studierst Du einen dualen Studiengang. Was bedeutet das in Deinem Fall?
Das heißt, ich studiere momentan Vollzeit in Osnabrück und arbeite in den Semesterferien und in den Praxismonaten bei Wenker in Ahaus. So finanziere ich mir mein Studium und sammle gleichzeitig Erfahrungen in meinem Beruf.

Ein duales Studium bedeutet nicht unbedingt, dass eine Ausbildung mit einem Studium parallel kombiniert wird - es gibt noch mehr Möglichkeiten - wie bei mir zum Beispiel. In meinem Studiengang kann auch die abgeschlossene Ausbildung eine Voraussetzung zum Studium sein.

Studiert wird überwiegend Vollzeit, entweder 6 oder 8 Semester. Ach ja, man kann auch in das Studium "hineinschnuppern", das heißt, an Lehrveranstaltungen teilnehmen und so einen ersten Eindruck bekommen.

Wenn ihr mehr zum Studium wissen möchtet, hier der Link:
www.hs-osnabrueck.de/de/studium/studienangebot/bachelor/baubetriebswirtschaft-dual-beng/#c2645065

Macht Dir denn das Studium Spaß?
Ja, auf jeden Fall! Das Studium ist sehr interessant.
Es besteht nämlich nicht nur aus Theorie, sondern manche Module sind auch mit Praxisübungen verknüpft, wie zum Beispiel das Modul Bodenmechanik und Erdbau. Hier untersuchen wir unter anderem wie sich Kräfte auf einem Baugrund auswirken - es könnte Setzungen bzw. Senkungen eines Bauwerks geben, weil der Boden nicht ausreichend tragfähig ist.
Der Schwerpunkt des Studiums liegt aber eindeutig auf Betriebswirtschaft, das heißt, auf Vergabe- /Vertragswesen und Rechnungswesen. So was muss man auch wissen.

Was war Dein schönstes Erlebnis bei Wenker?
Es gab und gibt sehr viele! Ein besonderes Highlight war damals die Inbetriebnahme einer VBH, das ist eine Vorbehandlungsanlage oder um es verständlicher zu erklären eine Reinigungsanlage für Karosserieteile.

Mein Arbeitskollege und ich sind damals für 2 Wochen zu BMW Motorrad nach Berlin gefahren. Während dieser Zeit habe ich in einem kleinen Hotel in Berlin-Spandau übernachtet. Im Werk konnte ich unserem Inbetriebnehmer unterstützend zu Hand gehen. Unter anderem habe ich Fotos für die Dokumentation von den Typenschildern der Antriebsmotoren einer Fördertechnikanlage gemacht oder die Visualisierung bedient, wenn ein Becken in der VBH gefüllt werden musste. Als Visualisierung kann man sich ungefähr ein Tablet vorstellen, das die VBH nur durch Steuerungssignale bedient. Aber auch die Weihnachtsfeiern sind immer super bei Wenker.

Hast Du eine Anregung für Deine Ausbilder?
Ich würde auf jeden Fall jedem angehenden technischen Produktdesigner empfehlen, mehrere Wochen in der Produktion mitzuhelfen. Man erhält dadurch einen ganz anderen Blick auf die eigenen Zeichnungen bzw. macht sich viel mehr Gedanken darüber, wie man das Bauteil zeichnen könnte, damit ein reibungsloser Ablauf in der Fertigung gewährleistet werden kann.

Hast Du Wünsche für Deine Zeit nach dem Studium?
Ich möchte gern einen Schweißerschein machen und reisen, ein bisschen etwas von der Welt sehen. Nach Kanada, Singapur, Kenia ...

Wie ist es als junge Frau in einem so männerdominerten Beruf zu arbeiten?
Echt cool, muss ich sagen. Männer sind einfach unkomplizierter als Frauen.

Möchtest Du den neuen Azubis noch etwas mit auf den Weg geben?
Glaubt immer an Euch selber und fragt ruhig nach, wenn ihr an einer Stelle nicht mehr weiterwisst.

Theresia, herzlichen Dank für das Gespräch!